Coming-Out auch mit den Eltern

Home / Tipps zum Coming Out / Coming-Out auch mit den Eltern

comingouteltern

Es ist unterschiedlich, wann Kinder, Jugendliche oder Erwachsene bemerken, dass sie homosexuelle sind, denn dafür gibt es kaum „eindeutige“ Hinwiese. Kinder und Jugendliche gehen auf Entdeckungsreise, zum eigenen aber auch zum anderen Geschlecht. Viele Erwachsene merken frühere oder später, dass sie sich doch mehr zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen.

Gerade am Anfang der Pubertät fühlt sich in der Regel jeder Jugendliche zum gleichen Geschlecht hingezogen. Besonders bei Jungen spielt die „Homosexuelle Durchgangsphase“ eine besondere Rolle. In dieser Phase richten sich Verliebtheit und sexuelle Körperspiele vorwiegend auf das gleiche Geschlecht. Wird diese Gleichgeschlechtliche Faszination nicht vom anderen Geschlecht abgelöst, können erste Selbstzweifel auftreten. Im Jugendlichen wächst ein intensives Gefühl, sich selber Fremd zu sein, dass verunsichert einen Jugendlichen stark. Ob aus dieser Verunsicherung ein ernsthaftes Problem wird, hängt jedoch davon ab, was der Jugendliche über Homosexualität weiß und wie die Mitmenschen damit umgehen.

Eltern wird geraten, sich frühzeitig mit Sexualität, also auch mit Homosexualität auseinander zu setzten, damit Vorurteile frühzeitig aus dem Weg geräumt werden können. Außerdem sollten sich Eltern mit dem Gedanken auseinandersetzen, ein homosexuelles Kind haben zu können.
Eltern erleben die Offenbarung des Kindes oft unvorbereitet und werden von der homosexuellen Neigung ihres Kindes überrascht. Eltern merken nur, dass sich das Kind verändert hat, ahnen jedoch nichts von der Homosexualität. Nicht selten kommt es zu Konflikten innerhalb der Familie und des engeren Umfelds. Eltern machen sich oft Vorwürfe, in der Erziehung was falsch gemacht zu haben, dies ist aber nicht so (Wissenschaftlich erwiesen).

Das eigene Kind sieht sich als Störfall
Jugendliche mit homosexuellen Neigungen sehen sich oft als Störfall. Eltern fällt es schwer, die Homosexualität des eigenen Kindes als Selbstverständlich anzusehen. Jugendliche spüren die Enttäuschung der Eltern. Wut, Trauer und Selbstzweifel halten Jugendliche meist davon ab, Gefühle zu zulassen. Die Angst auf Unverständnis zu stoßen ist groß. Viele Jugendliche versuchen zunächst das eigentliche Problem mit einem anderen zu überdecken. Dabei kommt es nicht selten zu Krankhaften Problemen wie z.B. Magersucht, Drogenabhängigkeit oder Depressionen.

Jugendliche mit homosexuellen Neigungen sehen sich oft als Störfall. – Reden hilft!

Viele Eltern sind zunächst mit der Situation überfordert, wenn sich das eigene Kind Outet. Eltern beginnen meist mit der Suche nach möglichen Ursachen. Nicht selten spielen dabei Selbstvorwürfe oder der Vorwurf an das andere Elternteil, in der Erziehung „versagt“ zu haben, eine erhebliche Rolle. Eltern tun sich in dieser Zeit meist schwer, ihrem Kind eine Stütze zu sein, da sie selbst erst mit dem Thema klarkommen müssen. Niemand kann erwarten, dass man sich von heute auf morgen an die neue Situation gewöhnt. So wie das Kind Zeit gebraucht hat die eigenen Gefühle anzunehmen, brauchen Eltern auch Zeit sich mit der neuen Situation zu identifizieren. Im ersten Schock reagieren Eltern manchmal ablehnend und verletzend. Erste Reaktionen kommen spontan und unüberlegt. Die Enttäuschung richtet sich gegen das eigene Kind auch wenn es gar nicht so gemeint ist. Sollte es zu so einer Situation gekommen sein, hilft eine gemeinsame „Beruhigungsphase“, um die Lage wieder ins Lot zu bringen. Vorurteile, Abwertung und Ängste vernebeln die Sicht auf das eigene Kind – Konkret hinschauen was das Kind nun braucht.

Das Coming-out ist ein schmerzhafter und oft krisenhafter Prozess, verbunden mit der Abwehr gegen den eigenen Körper. Die eigenen Gefühle anzunehmen fällt schwer. Eigene Vorurteile sitzen tief und werden von der Gesellschaft genährt. Die Furcht ist groß als unweiblich oder unmännlich zu wirken. Oft entstehen Schuldgefühle, wenn die erwartete „Normalität“ nicht eintritt. Die ungewisse Zukunft macht Angst.
Es geht ums Ganze! Nicht selten werden in dieser Zeit Selbstbewusstsein und Selbstachtung gestört. Gibt es jedoch Menschen, die einen auffangen und verstehen, die einen akzeptieren so wie man ist, kann sich das Ganze auch positiv auswirken.
Viele Jugendliche versuchen zunächst die Gefühle für das gleiche Geschlecht zu verdrängen und stürzen sich Hals über Kopf in eine heterosexuelle Beziehung oder versuche ihre Sexualität vollkommen aus ihrem Leben auszuklammern. Viele spielen anderen was vor, verstellen sich und leben ein „falsches“ leben. Aber das Ganze ist auf Dauer kaum auszuhalten.

Es ist das selbe Kind, dass weiter liebt und geliebt werden möchte!